GEHspräche - Blick auf Bairawies - Nachlese

Die zweiten GehSpräche der ARGE Baukultur Dietramszell fanden am 21.5.2022 in Bairawies statt.

Die Resonanz war überwältigend, sehr viele Bairawieser Bürger nahmen diese Veranstaltung zum Anlaß um mehr über das Dorf zu erfahren oder auch das Wissen weiterzugeben. Bernhard Fuchs als Mitglied der ARGE und Einwohner von Bairawies, war bestens auf den Rundgang vorbereitet und führte durch das Dorf. Auf dem Weg zur Kirche St. Koloman überquerten wir die Brücke über den Zellbach. Bei einem Stopp wurde ausführlich über das letzte Hochwasser, dessen Ursachen und die Maßnahmen seither diskutiert und informiert.

Auf dem Hügel der Kapelle erzählte Agnes Wagner (Archivarin von Dietramszell) einiges über die Geschichte von Bairawies. Die ursprüngliche Bebauung war rund um die Kirche angelegt, einige Höfe sind verschwunden und neue entstanden. Das Dorf war durch den Bach geteilt, was sich in der unterschiedlichen Gerichtsbarkeit dokumentiert hat. Der nördliche Teil hing an Wolfratshausen, der südliche Teil an Bad Tölz. Interessant auch, dass der Wirt einer der ältesten, neben Humbach und Baiernrain war. Scheinbar führte hier ein früher Handelsweg entlang. Der Wirt hat auch das sogenannte Bierhäusl, näher zur Isar gebaut um dort Bier für die Flößer auszuschenken, eine frühe Marketingmaßnahme um den Bierabsatz zu steigern. Interessant auch, dass Bairawies das Dorf mit der viertgrößten Einwohnerzahl in der Gemeinde ist.

Im südlichen Bereich siedelte sich im 18. Jahrhundert ein Kramer an worauf ein Schmied und ein Wagner folgten, womit schon damals ein frühes und natürliches Gewerbegebiet geschaffen wurde.

Eine lebhafte Diskussion entwickelte sich in den Neubaugebieten, die durch die Bauwerber erläutert und beschrieben wurden. Für Verwunderung sorgte, der sogenannte Kommunikationsplatz im Bereich Bairawies West. Dieser ist alles andere als kommunikativ, sondern wird als Lager- und Parkplatz genutzt.

Architekt Sebastian Beham auch aus Bairawies gab Einblick in seine Arbeit und seine Ansätze nachhaltig und bewusst zu bauen. Er erläuterte die Grundideen seiner beiden Häuser in der Ortschaft, was Technik, energetische Ausrichtung, Baumaterialien und Zusammenarbeit mit ortsansässigen Handwerkern betrifft.

Der Rundgang wurde im Café freiZeit bei angeregten Diskussionen beendet. Der ortsansässige Stammtisch hofft durch diese Veranstaltung zu wachsen und für mehr Dorfgemeinschaft zu sorgen.

BAUKULTUR DIETRAMSZELL

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